Privat oder Kasse?
Geschrieben von Angelica am 21. Juni 2011
Ein lang vor mir hergeschobener Augenarzt-Termin stand an. Ich hatte mich durchgerungen und rief Mitte Januar also wohlgemut beim Doc an … und konnte es kaum glauben: Ich bekam einen Termin im Juni! Na ja, wer nicht gerade zu den Stammkunden zählt, muss also warten.
Am bewussten Tag machte ich mich auf den Weg, ein bisschen bange, denn man weiß ja nie. Kurz vor neun waren Wartezimmer, Warteflur und Empfang bereits mit Menschen gefüllt. Ein gut gemischtes Klientel – alt und jung, Mutter, Vater, Kind, offensichtlich gut situiert und sichtbar arm. Wie es halt beim Doc so ist.
Beim “Empfang” der erste Schock … es gab keinen Anmeldebogen, sondern direkte Fragen von der Dame, die hinter dem langen Tresen ihren Dienst tat. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man persönliche Daten und den Grund, warum man denn da sei so coram publico preisgeben muss. Dann hieß es: “Bitte nehmen Sie im Wartezimmer Platz.” Was ich auch brav tat – wenigstens gab es noch ein paar freie Stühle und diverse Zeitschriften. Vom Wartezimmer aus (keine Tür!) hatte ich freie Sicht auf den Empfangstresen und hörte notgedrungen das, was andere Menschen dort von sich preis gaben. Privatsphäre? Fehlanzeige!
Nach etwa 15 Minuten ging es weiter für mich. Nein, nicht ins Artzsprechzimmer, sondern an den Empfangstresen zu einer kleinen Voruntersuchung – so richtig schön mittenmang. Da hatte ich das erste Mal das Bedürfnis: Du musst hier raus…
Weiter ging es mit dem Warten – dieses Mal im Flur. Dann weiter zu einer zweiten Voruntersuchung, dieses Mal in einen separaten Raum. Dann kam genau das, was ich beim Augendoc so sehr hasse: “Lesen Sie mal die Zahlen (oder Buchstaben)” … Linse vor’s Auge: “Ist es so besser?” Andere Linse vor’s Auge: “Oder so?” Ein grauenhafte Tortur!!!!!
Nach dem Linsensalat wurde ich in ein weiteres Wartezimmer begleitet, ja, da kam tatsächlich jemand mit! Es war das Wartezimmer für Privatpatienten (als Selbständige habe ich ja keine andere Wahl). Dort herrschte Ruhe, und es gab tatsächlich eine Termoskanne mit Kaffee und mehrere Flaschen Wasser, selbstverständlich auch Tassen und Gläser. Was für ein Luxus!
Nach einer weiteren Wartezeit, die sich in Grenzen hielt, durfte ich dann mit dem wirklichen Doc sprechen. Das war dann völlig in Ordnung, der Mensch wirkte kompetent und vertrauenswürdig. Blöd ist nur das unterschwellige Gefühl: Ist der zu allen Patienten so oder haben nur die Privaten dieses Privileg?
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Geschrieben von Angelica
Kategorien: Ärger Beobachtung Gedanken
Schlagwörter: Kasse, Privatsphäre, Versicherung, Wartezimmer
Kommentare: 2 Kommentare
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Wohin soll es gehen?
Blumen für die Mama!
Alexandra hatte Geburtstag!
Ein Termin im Juni ist eine Sensation
Lach… Na immerhin noch im selben Jahr.