Spenden? Nein, danke!
Geschrieben von Anne am 23. Juni 2011
Vor Monaten habe ich im Hamburger Abendblatt einen Artikel im Bereich Norddeutschland gefunden, der mich dazu brachte, mich selbst zu fragen, warum ich den Tierheimen nichts spende.
Warum die Menschen nicht mehr spenden, begründeten die Tierheim-Kräfte (in dem Artikel) unter anderem mit der Wirtschaftskrise und Harz-IV. Ich kann zwar schlecht für meine Mitmenschen sprechen, und ich möchte auch nicht abstreiten, dass die Menschen ihre Teuros zweimal umdrehen müssen, um zurecht zu kommen, aber das sind nicht meine persönlichen Gründe, weshalb ich nicht spende.
Ich erinnere mich nur zu gut an die Affären des Tierheims Süderstraße in Hamburg (externer Link). Was der damalige Vorstand mit unseren Spenden alles gekauft hat, ist zum Haareausraufen. Ich will nicht, dass mein hart erwirtschaftetes Geld in Immobilien für die Ferien oder in Montblanc-Füller investiert wird. Ich möchte auch nicht, dass damit jemand seine Wohnung renovieren lässt oder sich ein dickes (Dienst-)Auto kauft.
Jeden Tag in der City werde ich von meinen Mitmenschen um “einen Euro” angehauen, die “Musiker” in der S-Bahn wollen auch Geld. Die verstümmelten Bettler ebenfalls. Werbebanner mit Spendenaufrufen hängen an jeder Ecke. Nicht zu vergessen die Sammler von der Aidshilfe, dem Roten Kreuz, der Bahnhofsmission, die Ein-Herz-Für-Kinder-Aktion. Ich bin reizüberflutet. Soviel Teuros kann ich gar nicht verdienen wie die alle von mir wollen.
Ich bevorzuge direkte Hilfe – obwohl…hmmm…
Brandy ist eine Prinzessin verwöhnt, hat also Spielzeug en masse. Neulich habe ich all die Sachen zusammengesammelt, mit denen sie nicht mehr spielt und ins nächste Tierheim gebracht. Die doch reichlich gefüllte Kiste wurde mir abgenommen, und es kam ein genuscheltes “Danke” und auf Wiedersehen.
Nicht dass ich gehofft hätte, man würde mir einen roten Teppich ausrollen. Aber ich hatte irgendwie schon gedacht, man würde sich mehr freuen, zumal das ganze Spielzeug ja kein Schrott war.
Inzwischen hat sich wieder ein kleiner Spielzeughaufen angesammelt, aber der bleibt nun bei mir – für Hundebesuch oder Hunde von Freunden.
In unseren Stamm-Futterhaus steht eine Kiste, in die man Futterdosen rein legen kann. Das mache ich jedes Mal, wenn ich dort einkaufe. Das ist meine Art zu spenden, solange das bei den Tierheimen, Vereinen, Organisationen usw. usw. nicht transparenter wird. Und da ich normalerweise eine Meinung habe, die die meisten teilen, bin ich sicherlich nicht die einzige, die so denkt.
Fazit: Weil ich nicht weiß, was genau mit Spendengeldern gemacht wird, spende ich nicht!
Ja ich bin spenden-geschädigt.
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Geschrieben von Anne
Schlagwörter: Hund, Spenden, Teuros
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