Helgoland, wir lieben Dich!

Ich habe Christian zu seinem Geburtstag einen Tagesausflug nach Helgoland geschenkt. Am 18. 05.2017 ging es los. Von uns aus ist es ja nur ein Katzensprung nach Hooksiel, von wo aus wir gestartet sind.

Hooksiel
Hooksiel

Bei blauem Himmel und Sonnenschein haben wir es uns auf dem Deck mit Jonathan bequem gemacht. Mehr und mehr Menschen trudelten ein, und so füllte sich das Schiff recht zügig.

Nordseeblog Tipp: Sonnencreme und Sonnenbrille nicht vergessen!

Auf nach Helgoland
Auf nach Helgoland

Im Lauf der zweistündigen Überfahrt wurde das Wetter leider immer schlechter, und so sind wir dann Unterdeck gegangen. Schnell findet man dort Menschen zum Plaudern. Alles in allem sind die Leute sehr entspannt, und die Stimmung an Bord ist locker und gelöst.

Zwischendurch kommt ein netter Herr vorbei, der ein paar Seemannslieder auf seiner Ziehharmonika spielt. Einig Leute haben aus voller Kehle mitgesungen und andere wiederum nicht. Ich bin persönlich kein Freund dieses Instruments, muss aber zugeben, dass man gut auf die Norddeutsche Kultur eingestimmt wird.

Sauber!
Sauber!

Die Toiletten sind sauber, und es entstand auch bei den Damen kein Stau.  Ein Mitarbeiter sitzt dort und man wirft ihm einen kleinen Obolus in seine Schale.

An Bord zu essen, ist natürlich etwas kostenintensiver als an Land. Das weiß man eigentlich schon vorher. Für 2 Kaffee, einen Twix und einen Snickers haben wir glaub ich 9 Euro bezahlt.

Kurz vor der Ankunft haben wir dann schnell die Regenhaube über unseren Kinderwagen gezogen und sind dann wieder an Deck gegangen, um an Land zu gehen.

Regenhaube für den Kinderwagen
Regenhaube für den Kinderwagen

PUSTEKUCHEN!

Ihr müsst nach unten. Wir steigen um in keine Boote.

WAS?

Ausbooten!

HIMMEL WAS? Wir haben einen Kinderwagen!

Okay… ich gebe es zu! Ich habe fast geheult! Ich hatte einfach Angst. Diese kleinen Nussschalen (Börte-Boote ) sind gefühlt 10 Meter unter der Tür nach draußen.

In Wahrheit sind es vielleicht nur 50 cm, aber hey, ich bin Mama eines Babys und ich darf zu Übertreibungen neigen!

Ok ok… Wir also mit dem Baby im Kinderwagen eine Etage tiefer gestiegen und dann kam die Luke immer näher. Einige Damen und Herren hatten sichtlich mit dem Übergang aufs Börte-Boot zu kämpfen.

„Hände runter! Nicht festhalten! Schritt machen“ … Kommandos flogen durch die Luft. Ein Mensch nach dem anderen verschwand durch die Tür nach draußen. Dann kamen wir an die Reihe.

„Soll ich das Baby auf den Arm nehmen?“

„Nein!“

Zackeldizack haben zwei starke Männer den Wagen samt Jonathan geschnappt und nach unten gereicht.

Mein Herz blieb stehen, und ich habe überall gezittert.

Unten haben den Kinderwagen zwei Männer im Empfang genommen und ihn sicher hingestellt.

Das Ganze hat keine 10 Sekunden gedauert.

„Wir lassen Babys nie fallen, Eltern aber schon, weil die nie hören“, witzelte ein Scherzkeks der Crew.

Schnell wurde ich gepackt und ich weiß nicht wie… schwupp stand ich auf dem Börte-Boot. Dann saß ich neben Christian, der den Kinderwagen festhielt.

Das war ein Abenteuer.

Genauso sicher und routiniert wie wir in die kleine Nussschale gekommen sind, haben wir sie auch wieder verlassen.
An Land hatte ich Gummi-Knie und war erleichtert.

Endlich Land unter den Füßen!
Endlich Land unter den Füßen!

Ich denke lieber noch nicht an die Rückfahrt.

Shooooooppppppen!
Shooooooppppppen!

Vom Hafen aus, kommt man erst einmal durch eine kleine Einkaufspassage mit unzähligen Duty-free Geschäften.

(Duty-free (engl. ‚abgabenfrei‘) bezeichnet die sogenannten „Duty-free-Shops“, Warenhäuser zwischen zwei Zollstellen (z. B. nach der Passkontrolle an Flughäfen oder auf Fähren), in denen Waren angeboten werden, auf die weder Zoll noch Mehrwertsteuer oder – in Deutschland – Verbrauchsteuern erhoben werden. )

Mehr Informationen zum Duty-free findest du hier: http://www.helgoland.de/interessen/shopping.html

Christian entdeckte dann den Fahrstuhl ins Oberland. Oberland. Grins… okay, da wollen wir hin.
Ja, das kostet was. Pro Person rauf und runter weniger als einen Euro.

Kunst an der Hecke :) Oder besser Kunst MIT Hecke!
Kunst an der Hecke 🙂 Oder besser Kunst MIT Hecke!

Wir schlugen einen Weg ein, der uns zum einen einen schönen Ausblick schenkte und zum anderen zeigte, dass es sogar auf Helgoland einen Kleingartenverein gibt.

Auf eine fröhliche Nachbarschaft
Auf eine fröhliche Nachbarschaft

Wir kamen unserem Ziel, der Lange Anna (Helgoländer Friesisch: Nathurn Stak), immer näher.
Die Luft auf Helgoland ist wirklich salzig. Das schmeckt man, wenn man sich die Lippen ableckt.

Nordseeblog Tipp: Viel trinken! Nordseeluft macht irgendwie durstig!

Wo gehts lang?
Wo gehts lang?

Das erste, was man von unserem Standpunkt aus sah, war eine Kolonie von weißen Vögeln auf einem echt hohen Felsen.

Vögel über Vögel
Vögel über Vögel

Brutzeit erwischt.

Einen kleinen Schlenker … da war sie, die Lange Anna.

Wir sind wirklich da gewesen!
Wir sind wirklich da gewesen!

Beeindruckend. Der Fels ist höher als ich angenommen hatte.

Wir sind wirklich da gewesen!
Wir sind wirklich da gewesen!

Ein paar Meter weiter sind wir dann ganz nah an die Basstölpel herangekommen.

Da kommt einer!
Da kommt einer!
Die sind wirklich hübsch!
Die sind wirklich hübsch!

Wow, was für ein Gestank! Ehrlich Leute, die Masse Vögel strömte ein sehr, sehr starkes Aroma aus.

Müll - Leider
Müll – Leider

Christian stand ganz andächtig da und schaute sich die brütenden Basstölpel an. Dann blickte er zu mir und sagte: „Ist irgendwie traurig, dass die Tiere sich ihr Nest aus Müll machen müssen!“ Recht hat er! Wir Menschen Verdrecken mit unserem Müll die ganze Welt und keinen kümmert es… Hauptsache, wir regulieren den Krümmungsgrad einer Gurke.
Hust, hust: Anderes Thema!

Himmel wird mir übel.... zu hoch....viel zu hoch
Himmel wird mir übel…. zu hoch….viel zu hoch

Weiter geht es auf dem ausgepflasterten Weg.  Vorbei an den Klippen, die für mich, die unglaubliche Höhenangst hat, unendlich tief sind.

Vögel wohin das Auge reicht!
Vögel wohin das Auge reicht!
Die Klippen sind gigantisch
Die Klippen sind gigantisch

Dann bogen wir nach links ab und fanden uns in schönen kleinen Gassen wieder.  Da beschlossen wir, mal ein langes Wochenende auf Helgoland zu verbringen, um alles noch viel genauer zu erkunden.

Ab ins Unterland
Ab ins Unterland

Mit dem Fahrstuhl ging es zurück ins Unterland. Dort haben wir uns ein Fischbrötchen gegönnt und etwas Tee für Angelika gekauft.

Dann noch schnell zur Toilette. Haltet dafür 50 Cent bereit. Wechselautomat ist im Klo.

Gedenkstein am Strand
Gedenkstein am Strand

Zurück auf das Schiff! PAAAAAAAAAAAAAAAANIK!

Da ist unser Schiff
Da ist unser Schiff

Warum hatte ich die eigentlich? Auf der Hinfahrt lief alles spitzenmäßig!

Langsam trudeln alle ein!
Langsam trudeln alle ein!

Landungsbrücke runter, wieder starke Seebären packten Kinderwagen samt Jonathan und ein Augenzwinkern später stand er sicher auf der Nussschale. Auch die Hunde, die mit uns reisten, waren in sekundenschnelle an Bord. Toll fand es kein Hund, aber es ging so schnell, dass es für Ängste keine Zeit gab.

Börte-Boote warten auf uns!
Börte-Boote warten auf uns!

Jetzt kommen wir an der Fair Lady, das war der Name unserer Fähre, an. Nun ja, von unten aus betrachtet würde ich sagen, die Lange Anna ist ein Bordstein im Vergleich mit dem Höhenunterschied zwischen dem  Börte-Boot und der Fähre.

Höhenunterschied.... da müssen wir rein...
Höhenunterschied…. da müssen wir rein…

Klar, übertreibe ich wieder maßlos. Es sind auch hier geschätzt 50 cm Höhenunterschied.

Ich hab Angst
Ich hab Angst

Männer, die wissen was sie tun, brachten Baby und Kinderwagen wieder sicher an Bord. Ich bin dann ganz schnell hinterher. In den paar Sekunden, die ich aufs Schiff gewuchtet wurde, hat ein netter Herr den Kinderwagen festgehalten.
Das fand ich toll, man hilft sich, wo man kann. Ich hänge mich mit der nächsten Aussage mal weit aus dem Fenster und sage: „Helgoland-Besucher sind grundsätzlich tolle und hilfsbereite Menschen.“ Zumindest hatten wir den Eindruck bei unserer Reise.

Die Rückfahrt war geprägt von müden Menschen, die hier und da einnickten. Auch jetzt wurde Musik gespielt, und aus einer anderen Ecke des Schiffes drangen uns fröhliche Gesänge ans Ohr.

Bei uns in der Ecke wurde gedöst.

Wieder in Hooksiel angekommen konnten wir das Boot easy über eine Gangway , die so einen rutschfesten Gummibelag hat, verlassen.

Hooksiel in Sicht!
Hooksiel in Sicht!

Parkplätze sind in Hooksiel – zumindest an unserm Reisetag –  keine Mangelware gewesen.

Es war ein Abenteuer für uns.

100000 Dank, an die Crew der Fair Lady und der Börte-Boote. Ihr habt toll auf unser Baby geachtet und wir fahren 100000000% wieder mit euch!

Helgoland, wir kommen wieder!

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