Familie! Der Sinn des Lebens?

Seine Familie sucht man sich nicht aus – sagt der Volksmund. Recht hat er.

Seine angeheiratete Familie sucht man sich auch nicht aus, doch wie die eigene, hat man sie dann irgendwann spätestens nach der Heirat an der Backe.

Was macht man, wenn die Charaktere der einzelnen Familienmitglieder so null Komma null harmonieren? Man fährt auf gar KEINEN Fall zusammen in den Urlaub.

Egal, was ihr macht: KEINEN GEMEINSAMEN Urlaub! Nie und nimmer. Auf keinen Fall. Bloß nicht! Im Leben nicht! Denkt nicht einmal daran!

Ihr denkt daran, ich merke es! LASST ES!

Vertraut uns! – Wir haben es getan!

Theoretisch klang es so gut! Zwei Familien lernen sich auf neutralem Boden kennen und mögen sich, um im Idealfall jedes Jahr ein paar Tage zusammen in den Urlaub zu fahren.

Es fing schon damit an, einen Termin zu finden, an dem alle Zeit haben. Das war ein Ding der Unmöglichkeit, und trotzdem – nach langem Hin und Her – haben wir ein Wochenende gefunden.

Dann war es schwer, die ein wenig unterschiedlichen Ansprüche an eine Unterkunft unter einen Hut zu bekommen.

Geschweige denn, jeden in seiner Lebensphase glücklich zu machen.

Menschen mit Hund und ohne Kind haben andere Ansprüche als Menschen mit Kind.

Der Center Parc bot aber für uns alle eigentlich das Optimale an, so dachte ich.

Für die Menschen mit Hund suchte ich eine Unterkunft in der Nähe einer Hundefläche. Das diese Hundefläche in Wirklichkeit eine MINI Hundetoilette war, konnte ich vorher nicht ahnen.

Für die Menschen mit Kind, bzw. Kindern dachte ich, es wäre nett, wenn die Wege zum Gehen nicht zu lang werden. Kein Mensch mag maulende Kinder 🙂

Okay, durchdacht hatte ich es natürlich nicht. Ich wollte alle irgendwie glücklich machen. Dass die Hundefraktion dann am Parkrand einquartiert wurde, und die anderen irgendwo in der Mitte, habe ich einfach nicht erfasst. Das war dann die erste Missstimmung.

Nach der letzten Fehlgeburt habe ich in Bezug auf unser Kind eine mehr oder minder schwere ressourcenbedingte Aggression entwickelt, die die eine Oma in ihrer grenzenlosen Freude auf ihren Enkel nicht zu Kenntnis genommen hat. Angelika und ich sind extrem gewöhnungsbedürftig im Umgang. Man könnte sagen: Harte Schale weicher Kern. Kommunikation, so denke ich, ist bzw. war unser Hauptproblem. Wir haben einfach nie den Mund aufbekommen, wenn etwas nicht so war, wie wir es uns vorstellten. Dann war jeder auf seine Weise muffig. Diese ganzen Gründe führten dazu, dass aus uns allen keine große glückliche Familie wurde.

Der Park war eigentlich toll! Ich fand das Schwimmen wunderbar und auch das Essen. Die Landschaft war mal was anderes. Mega Klasse war es, das Golfauto selbst zu fahren und auch mein inzwischen verhasstes Tretboot treten, war im Nachhinein mit viel Wodka ein Toperlebnis . Was ist also falsch mit uns?

Ehrlich? Ich weiß es nicht. Es hat einfach nicht gepasst. Auch wenn man will, manchmal ist es eben so. Um diesem ganzen Familienkuddelmuddel ein Ende zu setzen, haben wir beschlossen, so etwas wie einen gemeinsamen Urlaub nicht noch einmal zu machen.

An gewissen Feiertagen, wie Weihnachten oder Geburtstag, können wir wie vorher auch toll zusammenkommen und feiern bis die Flaschen leer sind.

Ich denke, wir alle sind glücklicher mit dieser Entscheidung.

Ein Gedanke zu „Familie! Der Sinn des Lebens?“

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